Lehre

Lehrkonzept

Mein Lehrkonzept steht auf drei Säulen: Schaffung von natürlich-kritischen Lernumgebungen (Critical Learning Environments), Bereitstellung von Möglichkeiten für kontinuierliche Rückkopplung zwischen den Lernenden (Peer-Review) und Stimulierung akademischer Debatte auf Augenhöhe. Zur Schaffung von Critical Learning Environments ermutige ich die Studierenden zur eigenständigen Vorbereitung und Mitarbeit innerhalb und außerhalb der Präsenzveranstaltungen. Möglichkeiten des Peer-Reviews schaffe ich etwa dadurch, dass ich im Seminar Essays schreiben lasse und für sie ein double-blind peer-review organisiere, damit Studierende sowohl lernen, produktive Rückmeldungen zu geben als auch mit solchen umzugehen. Ich leite zur akademischen Debatte auf Augenhöhe an, indem ich auf klassische Referate verzichte und statt dessen pro Sitzung Gruppen Kurzvorträge zu unterschiedlichen Positionen zu einem Thema vorbereiten lasse. Das sind nur Beispiele. Um eine aktive Lernkultur voran zu bringen, versuche ich, meine Lehre kontinuierlich zu überprüfen und zu verbessern. 2010 habe ich das „Best Teachers Summer Institute“ in West Orange, NJ besucht, um Möglichkeiten und Werkzeuge zur Verbesserung fairer, kritischer und egalitärer Lernumgebungen kennen zu lernen. Ich war im wissenschaftlichen Beirat des Service-Center Medien in Bielefeld und habe von 2009 – 2011 erfolgreich das Projekt „eLearning Plug-Ins“ geleitet und flexible und vielseitige Social Media Tools für die Lehre entwickelt.

Lehr- und Lernformen

Ich setze auf drei unterschiedliche Kategorien von Kursen:

  1. Grundlagen beinhalten Einführungsveranstaltungen in Theorien, Methoden und Ge- schichte von Techniksoziologie, Science & Technology Studies und Allgemeiner Soziologie sowie Selbstlerngruppen unter Aufsicht. Solche Formate werden eingesetzt, um aktuelle und klassische Texte zu lesen oder für Projekte, die erste Einblicke in technikwissenschaftliche Entwicklungen geben. Während Einführungsveranstaltungen wöchentlich mit einem kontinuierlichen Lehrplan arbeiten, beruhen Selbstlerngruppen auf einer Kombination von Aufga- ben, die Studierende eigenständig in Rücksprache mit mir und in Feedback-Plenen bearbeiten.
  2. Kontroversen sind Kurse zu ausgewählten soziologischen Theoriedebatten und zu aktuellen empirischen und öffentlich relevanten Debatten zur Einrichtung, Nutzung und Modifikation von nachhaltigen digitalen Infrastrukturen in unterschiedlichen Bereichen. Beide können entweder mit einem Kursformat arbeiten, das versucht, eine Kontroverse gemeinsam mittels Wikis, Mind-Maps oder anderen Werkzeugen zu kartieren oder mit einem Format, das einem Debattierkreis nachempfunden ist und in dem Gruppen von Studierenden in ihren Präsentationen und Ausarbeiten konträre Positionen vertreten.
  3. Forschungstraining ist Ausbildung auf drei Ebenen: Methoden, Forschungspraxis und Schreiben. Methodentraining besteht in überblicken und Kursen für Fortgeschrittene in ausgewählten Methoden der qualitativen Sozialforschung, insbesondere Grounded Theory, Ethnographie und Sequenzanalysen. Forschungspraxis wird mit Workshops etwa zu Interviewtraining, zum Schreiben von Feldnotizen oder zum Umgang mit Datentypen erlernt. Schreibübungen arbeiten mit Peer-Review und mit Feedback durch Studierende und behandeln die Präsentation von Forschungsprozess und Forschungsergebnissen.

Schwerpunkte

Aufbauend auf den Veranstaltungskategorien lehre ich vor allem mit drei inhaltlichen Schwerpunkten:

  1. Technik und Gesellschaft: Veranstaltungen behandeln ausgewählte Problemstellungen zum Verhältnis von Technik und gesellschaftlichem Wandel jeweils in einem be- stimmten gesellschaftlichen Teilbereich. In ihnen wird sowohl ein überblick über den aktuellen Stand der Forschung gegeben als auch Werkzeuge und Methoden zur Erarbeitung gesellschaftlich relevanter Fragen vermittelt.
  2. Technik- und Medientheorie: Veranstaltungen behandeln Hintergründe, Reichweite und Grenzen von Technik- und Medientheorien, die für ein Verständnis digitaler Transformationen relevant sind. In ihnen werden Theorietraditionen rekonstruiert und aktuelle Entwicklungen eingeordnet und verglichen.
  3. Ethnographie, Videoanalysen und „Inventive Methods“: Veranstaltungen behandeln methodisches Rüstzeug und vermitteln praktisches Wissen zur Durchführung z.B. von ethnographischen und videoanalytischen Projekten.

Kurse aus den drei Kategorien können unterschiedlich kombiniert werden, um Module für BA, MA oder Graduierten-Studiengänge zu bauen. Für die Lehre im BA etwa ist eine Kombination von Grundlagen und Kontroversen sinnvoll mit einem Schwerpunkt auf Kontroversen. Für die Lehre in MA Studiengängen würde ich mit Grundlagen im ersten Semester beginnen, Kontroversen im zweiten und dritten Semester behandeln und Forschungstraining über den gesamten Studienverlauf hinweg. In der strukturierten Graduiertenausbildung würde ich vor allem Kurse in Kontroversen und Forschungstraining anbieten.

Lehrveranstaltungen

Englisch

WS 2017: Making Mess with Methods, mit Peter Müller
Logistical Media, mit Dr. Felix Mauch
TUM
SoSe 2017: Mapping Controversies, mit Dr. Laurie Waller
Algorithmic and Organizational Control in Digital Societies, mit Dr. Uli Meyer, Tobias Drewlani und Eva-Maria Raffetseder
TUM
WS 2016: Making Mess with Methods, mit Peter Müller und Silvan Pollozek
Social Science Hackathon, mit Dr. Marcus Burkhardt Data/Science/Society, mit Dr. Marcus Burkhardt und Bernhard Maier
TUM
SoSe 2015: Science, Technology, Media TUM
WS 2010: Where are the missing masses? Bielefeld
WS 2008: Science and Technology Studies 2 Bielefeld
SoSe 2008: Science and Technology Studies 1 Bielefeld
SoSe 2007: Marshall McLuhan: Understanding Media Bielefeld
SoSe 2006: Pragmatism, Functionalism and Institutionalism Hamburg

Deutsch

WS 2017: Kalkulative Kulturen, Blockseminar Luzern
SoSe 2016: Lektürekurs „An Inquiry into Modes of Existence“, mit Bernhard Maier TUM
WS 2015: Medien, Infrastrukturen, Software, mit Dr. Marcus Burkhardt
Technokratie und technischer Staat, mit Dr. Julian Müller
TUM/LMU
SoSe 2015: Wissenschaft und Technik in digitalen Gesellschaften
Blockseminar Videoanalysen
TUM
SoSe 2014: Praxeologien TU Berlin
WS 2013: Actor-Network-Theory: Tiefenbohrungen, mit Valentin Janda TU Berlin
WS 2012: Technik und Sozialtheorie
Sozialwissenschaftliche Technikforschung
TU Berlin
SoSe 2012: Laborstudien, Projektseminar Bielefeld
WS 2011: Einführung in die Mediensoziologie Bielefeld
SoSe 2011: Ethnographie, Medien- und Techniksoziologie
Medientechnologien und -infrastrukturen
Bielefeld
WS 2010: Einführung in die Mediensoziologie
Lehrforschung: Ranking, Index, Quote, mit Frank Oberzaucher
Bielefeld
SoSe 2010: Interobjektivität neuer Medien
Lehrforschung: Ranking, Index, Quote, mit Frank Oberzaucher
Bielefeld
WS 2009: Einführung in die Mediensoziologie Bielefeld
SoSe 2009: Soziologie der Dinge
Medienwandel und Moderne
Produktion und Konsum von Luxus, mit PD. Dr. Udo Göttlich
Bielefeld
WS 2008: Einführung in die Mediensoziologie Bielefeld
SoSe 2008: Turn, turn, turn: Mediensoziologie und die Cultural turns Bielefeld
WS 2007: Einführung in die Mediensoziologie
Medientheorien als Theorien der Moderne
Bielefeld
WS 2008: Einführung in die Mediensoziologie Bielefeld
SoSe 2007: Materialität und Medialität Bielefeld
WS 2006: Theorie/Geschichte: Medientechnologien
Medientheorie und Sozialtheorie
Bielefeld
WS 2005: Klassische Texte der Soziologie – Französischer Positivismus, Verstehende Soziologie und Kritische Theorie Hamburg
SoSe 2005: Berger und Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit John R. Searle: Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit, beide mit Prof. Dr. Max Miller Hamburg
WS 2004: Niklas Luhmann: Organisation und Entscheidung
Diskursanalyse sozialer Konflikte II, beide mit Prof. Dr. Max Miller
Hamburg
SoSe 2004: Diskursanalyse sozialer Konflikte I
Einführung in die Soziologie II, beide mit Prof. Dr. Max Miller
Hamburg
WS 2003: Einführung in die Soziologie I, mit Prof. Dr. Max Miller Hamburg

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